Der „Hexenzahn“ – Was ist das?

Manche Säuglinge kommen mit einem Zähnchen auf die Welt. Dieser Zahn, der auch als „Hexenzahn“ bezeichnet wird, kann für das Baby Gefahren bergen. Zahnarzt Dr. Gaß aus Würzburg erklärt, in welchen Fällen, der angeborene Zahn entfernt werden sollte.

Hannibal, Ludwig XIV., Napoleon Bonaparte oder Sissi, die Kaiserin von Österreich –  sie alle hatten ihn angeblich, den „Hexenzahn“. Die Frage, worum es sich hierbei handelt, klärt Zahnarzt Dr. med. dent. Gerald Gaß, der seit vielen Jahren in der Zahnarztpraxis im Eckhaus, die am unteren Markt in Würzburg liegt, sowohl Kinder als auch Erwachsene erfolgreich behandelt.

 

Angeborene Zähne bei Neugeborenen – eine Laune der Natur

 

Unter 2000 bis 3000 Neugeborenen kommt eines mit einem Zähnchen, meist im Unterkiefer, zur Welt. Dieses Zähnchen wird als „Dens connatus“ (zu Deutsch: „angeborener Zahn“) oder im Volksmund als „Hexenzahn“ bezeichnet und ist in der Mehrzahl der Fälle als „Laune der Natur“ einzustufen, die nicht weiter bedenklich ist. Von der Norm abweichend ist es aber dennoch, bedenkt man, dass Babys im Normalfall um den sechsten Lebensmonat herum ihren ersten Milchzahn entwickeln.

 

Einmal ganz davon abgesehen, dass es einige wenige und noch dazu selten auftretende Erkrankungen gibt, die mit sogenannten „Hexenzähnchen“ einhergehen, sind viele der Dentes connati eine rudimentäre Fehlentwicklung. Ist das der Fall, handelt es sich um „prälaktale Zähne“ und somit um Zähne, die sich noch vor den Milchzähnen entwickeln. In der Mehrzahl der Fälle sind diese putzigen Miniaturzähnchen jedoch verfrühte Milchzähnchen.

 

Müssen Hexenzähnchen entfernt werden?

 

Eine der häufigsten Fragen, die in Zusammenhang mit „Hexenzähnchen“ auftritt, ist die danach, ob das angeborene Zähnchen schlimm ist bzw. ob es entfernt werden muss. Zahnarzt Dr. med. dent. Gerald Gaß aus der Eckhauspraxis in Würzburg erklärt, dass diese Frage jeweils individuell geklärt werden muss.

 

Von dem Zähnchen geht vor allem dann eine Gefahr für den Säugling aus, wenn es nicht richtig im Kiefer verwurzelt ist und entsprechend locker sitzt. Ist das der Fall, ist es empfehlenswert, den Dens connatus zu entfernen. Das Risiko, dass das Zähnchen vollends ausfällt und von dem Baby entweder eingeatmet oder verschluckt wird, ist deutlich erhöht.

 

Aber nicht nur locker sitzende Zähnchen können Gefahren bergen, sondern auch scharfkantige „Hexenzähnchen“, die fester verankert sind. Fast immer führen sie zu Verletzungen im Mundraum des Babys.

 

Während prälaktale Zähne bedenkenlos entfernt werden können, muss man bei der Extraktion eines verfrühten Milchzähnchen bedenken, dass das Kind bis zum Zeitpunkt des Zahnwechsels, der im Alter von ca. sechs Jahren beginnt, anstelle des extrahierten Milchzahns eine Lücke haben wird. Etwaige Sprachfehler oder Fehlstellungen von Zähnen und Kiefer, welche diese Lücke im schlimmsten Fall bedingen kann, können durch eine Zahnprothese vermieden werden.

 

Besteht weder das Risiko, dass das Hexenzähnchen verschluckt oder eingeatmet wird, noch dass es Verletzungen verursacht, kann es ohne Weiteres erhalten werden.

©Oksana Kuzmina /123rf.com

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