Zahnschmelzhypoplasie könnte Anzeichen für Zöliakie sein

Was weiße, gelbliche oder bräunliche Flecken auf den Zähnen mit der Autoimmunerkrankung Zöliakie, im Volksmund auch „Glutenunverträglichkeit“ genannt, zu tun haben könnten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Etwa ein Prozent der weltweiten Bevölkerung leidet an Zöliakie. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Autoimmunreaktion, im Zuge derer es zu Störungen innerhalb des Verdauungstraktes kommt. Diese werden durch eine Reaktion des Immunsystems auf das in Roggen, Gerste oder Weizen befindliche Protein „Gluten“ ausgelöst, weshalb Zöliakie gemeinhin auch unter dem Namen „Glutenunverträglichkeit“ bekannt ist.

 

Amerikanische Experten gehen davon aus, dass sich Zöliakie bzw. Glutenunverträglichkeit nicht nur durch Symptome wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Erbrechen oder Übelkeit bemerkbar machen kann, sondern auch im Mundraum und hier im Speziellen an den Zähnen in Form von Verfärbungen bzw. weißen, gelben oder braunen Flecken. Zahnarzt Dr. med. dent. Gerald Gaß aus der Eckhauspraxis in Würzburg zu den Hintergründen.

 

Durch Zöliakie ausgelöster Kalziummangel kann zu Flecken auf den Zähnen führen

 

Weiße, gelbliche oder bräunliche Flecken auf den Zähnen können laut Dr. Gaß, dem behandelnden Zahnarzt aus der Eckhauspraxis in Würzburg, ein Anzeichen für einen unterentwickelten Zahnschmelz sein. Diese Erkrankung, die als „Zahnschmelzhypoplasie“ bezeichnet wird, kann unter anderem entstehen, wenn es dem Körper an dem wichtigen Mineralstoff Kalzium fehlt. Diesen Kalziummangel wiederum bringen Experten aus Amerika mit Zöliakie, sprich: der Unverträglichkeit von Gluten, in Verbindung. Aber von vorne …

 

Auf lange Sicht hin werden die Verdauungsstrukturen des Dünndarms bei Menschen, die an Zöliakie leiden, durch die Immunreaktion des Körpers auf Gluten beschädigt. Das hat zur Folge, dass der Körper nicht mehr in der Lage dazu ist, lebenswichtige Nährstoffe, zu denen auch Kalzium gehört, aufzunehmen. Mangelt es schließlich an Kalzium, kann es laut der Amerikaner zur Ausbildung einer Zahnschmelzhypoplasie und damit einhergehend zur Bildung besagter Flecken auf den Zähnen kommen.

 

Insbesondere konnten die amerikanischen Experten dieses Phänomen wohl bei Zöliakiepatienten im Kindesalter ausmachen, was man darauf zurückführt, dass sich der Kalziummangel vor allem in jungen Jahren negativ auf die Bildung des Zahnschmelzes auswirken kann. Etwa 40 bis 50 Prozent der untersuchten Kinder, die an Zöliakie leiden, wiesen die Zahnschmelzschäden in Form der unschönen, farbigen Flecken auf. Hingegen würde sich die Zahnschmelzhypoplasie, die in der Regel angeboren ist und der oftmals ein genetischer Defekt zugrunde liegt, bei nur sechs Prozent der „gesunden“, also nicht an Zöliakie erkrankten Bevölkerung zeigen.

 

Da allgemeine Erkrankungen zum Teil auch im Mundraum erkannt werden können, zum Beispiel Zöliakie, sollten regelmäßig Kontrolltermine bei Zahnarzt Dr. med. dent. Gerald Gaß in der Eckhauspraxis in Würzburg wahrgenommen werden. Somit könnte also auch bei Patienten, die unwissentlich an Zöliakie leiden und besagte Flecken aufweisen, ein Besuch beim Zahnarzt der erste Schritt in Richtung Diagnose sein.

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